Do-It-Yourself-Gottesdienst, 11. Sonntag i. Jk.

Anleitung für einen Do-It-Yourself-Gottesdienst zu Hause

11. So im Jahreskreis Lesejahr A, „Die Aussendung der Jünger“
Hiltrud Beckenkamp, Gemeindereferentin

Vorbemerkung

  • Ihr erhaltet vorbereitetes Material für zu Hause, damit ihr im Kreis der Familie einen kurzen Gottesdienst feiern könnt.
  • Wenn Euch der Vorschlag zu lang ist, könnt ihr natürlich auch nur Teile davon übernehmen: Gestaltet die kleine Feier so, wie sie für euch und euer Familienleben passend ist.
  • Gut wäre, wenn ihr daheim den Raum, wo ihr gemeinsam den Gottesdienst feiern wollt, so gestaltet, dass ihr euch dort wohl fühlt und nicht zu viel Ablenkung habt. Dazu gehört auch eine Kerze und für den Gottesdienst heute, stellt euch 12 Teelichter + so viele Teelichter wie ihr Personen in der Familie seid oder andere Kerzen bereit, ebenso 12 weiße Streifen Papier, 12 gelbe (oder goldene Streifen) Papier, einen dicken Stift und 12 Holzbausteine.
  • Eine Person sollte sich den Ablauf vorab anschauen und gedanklich vorbereiten sowie Texte ausdrucken. Die Texte können gerne an mehrere Personen verteilt werden. Wichtig ist, dass alle mit einbezogen werden. (Text herunterladen)

Nun kann es losgehen:

Kreuzzeichen machen und dazu sprechen:
Wir beginnen unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: (zusammen singen, bei Bedarf vorher anhören)
„Komm, sag es allen weiter“
https://www.youtube.com/watch?v=3Efb4NFKX_8

Refrain: Komm sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein
Komm sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein
Wir haben sein Versprechen, er nimmt sich für uns Zeit
Wird selbst das Brot uns brechen, kommt alles ist bereit.
Refrain: Komm sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein
Komm sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein
Sein Haus hat offene Türen, er ruft uns in Geduld
Will alle zu sich führen, auch die mit Not und Schuld
Refrain: Komm sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein
Komm sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein
Zu jedem will er kommen, der Herr in Brot und Wein.
Und wer ihn aufgenommen, wird selber Bote sein
Refrain: Komm sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein
Komm sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein

 

Kerze anzünden:
 
Die Kerze ist für uns ein Zeichen, dass Jesus in unserer Mitte ist.
Gebet: Guter Gott, Jesus hat verkündet, dass das Reich Gottes da ist, dass du da bist. Du liebst uns und willst, dass alle Menschen von dieser Liebe erfahren. Stärke uns mit deiner Kraft und mit deiner Hoffnung, damit wir allen von deiner Liebe und Freude erzählen. Darum bitten wir durch Christus unseren Bruder und Herr, der mit dir lebt und liebt in Ewigkeit.

Vorbereitung auf das Evangelium
Rund um die Kerze in der Mitte, unsere Jesuskerze, stellen wir außen herum die 12 Holzklötzchen auf.
Dann legen wir für das Evangelium die 12 Teelichter bereit und etwas um diese während des Evangeliums anzuzünden (entweder Streichholz oder Feuerzeug oder eine dünne Kerze um von der mittleren Kerze die Flamme weitergeben zu können.)
Wenn ihr im Evangelium von den Freunden von Jesus, den Jüngern, einen Namen hört, entzündet ein Teelicht und stellt das dann oben auf einen Holzklotz.

Lied: Halleluja, Halleluja (aus Taizé GL 483)
https://www.youtube.com/watch?v=XpPwXaaQGcA
Strophe 2:
„Ihr seid das Licht in der Dunkelheit der Welt, ihr seid das Salz für die Erde.
Denen, die suchen, macht hell den schweren Weg. Halleluja, halleluja.“

Evangelium       Matthäusevangelium 9,36-10,8

Jesus lebte bei den Menschen. Er predigte, er heilte. Jeden Tag kamen viele Menschen zu Jesus, immer mehr. Es kamen Kranke, Gelähmte, Blinde, Stumme, die geheilt werden wollten. Viele Menschen kamen aber auch, um ihm zuzuhören. Sie konnten nicht genug vom Reich Gottes hören.
Die Menschen taten Jesus leid, er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben, der für sie sorgt.

Jesus konnte alleine nicht alle Menschen gesund machen. Und nicht allen helfen.
Darum holte er seine Jünger, seine Freunde, zu sich und sagte zu ihnen:
„Das sind zu viele Menschen. Wir brauchen viele Leute, die den Menschen helfen, für sie beten, ihnen von Gott erzählen und sie heilten.
Ich sende euch zu den Menschen und gebe euch die Vollmacht, dass ihr sie heilt und ihnen von Gott erzählt.“

Die Freunde von Jesus hießen:
Simon, genannt Petrus und sein Bruder Andreas.
Jakobus, der Sohn des Zebedäus und sein Bruder Johannes.
Philippus und Bartholomäus.
Thomas und Matthäus, der Zöllner
Jakobus, der Sohn des Alphäus und Thaddäus
Simon Kanaanäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten würde.

Diesen Zwölf gab Jesus eine besondere Kraft. Er sendete sie zu den Menschen und sagte zu ihnen:
„Geht und erzählt von der grenzenlosen Liebe Gottes. Sagt: Das Himmelreich ist nahe. Macht Menschen, die am Körper oder an der Seele krank sind, gesund. Macht Tote wieder lebendig und vertreibt das Böse. Gebt, ohne etwas dafür zu verlangen. Denn auch ihr habt alles geschenkt bekommen

Kindgerechte Übersetzung aus Kinder- und Familiengottesdienste, für alle Sonn- und Festtage, Lesejahr A, Bettina Eltrop (Hrsg.), Kath. Bibelwerk GmbH, Stuttgart, 2. Auflage 2013, S. 161 Übersetzung Monika Mehringer

Nachdenken über das Evangelium
Jetzt braucht ihr die weißen und gelben oder goldenen Papierstreifen und den dicken Stift
Im Evangelium wurden uns die 12 Jünger mit Namen vorgestellt. Wisst ihr noch einen Namen, versucht einmal gemeinsam zu sammeln. Jeder Name wird aufgeschrieben und rund um die brennende Jesuskerze wie Strahlen hin zu den brennenden Teelichtern gelegt. !!! Vorsicht wegen den brennenden Teelichtern und dem heißen Wachs!!!! Der Text vom Evangelium kann euch bei der Namenssuche helfen 😉

So wie ihr jetzt die kleinen Teelichter an der großen Kerze angezündet habt, so hat Jesus das Licht des Glaubens, die Freude an Gott an seine Freunde weitergegeben. Die wichtigsten waren die 12, die heute im Evangelium genannt wurden. Dabei ist es aber nicht geblieben. Im Text werden sie zuerst seine Jünger genannt, also die Freunde oder die, die Jesus nachfolgen. Die Jünger, denen Jesus den Auftrag gegeben hat, seine frohe Botschaft, das Evangelium zu verkünden, wurden später Apostel genannt. Der Begriff Apostel ist aus der griechischen Sprache und heißt übersetzt: der Gesandte/Sendbote!
Jesus hat die Jünger in die Welt, zu den Menschen, gesendet, sie sollten zu Boten für Gottes Botschaft werden. Er hat gesehen, dass die Menschen Hilfe brauchen. Und Jesus sagte zu den Jüngern: „Ihr habt von mir das Licht des Glaubens und die Freude an Gott geschenkt bekommen – teilt diese Freude weiter aus, helft den Menschen, heilt die Kranken …

Und jetzt macht einen Versuch. Einer von euch liest noch einmal die Bibelstelle. Aber jetzt lest nicht die Namen der Apostel, der Freunde von Jesus vor. Sondern setzt an ihre Stelle eure Namen, von euch Kindern, euch Erwachsenen von eurer Familie, die ihr gerade miteinander Gottesdienst feiert. Wie hört sich das an? Wie fühlt sich das an? Was könnte das bedeuten? Habt ihr eine Idee?

Jede und jeder von uns wird von Jesus dazu eingeladen, das Feuer des Glaubens nicht nur für sich zu behalten, sondern es weiterzugeben. Dazu muss man nicht bei der Kirche arbeiten oder ein Religion (Theologie) studieren. Wer die Freude an Gott spürt, der darf und soll sie auch anderen Menschen weitergeben. Wir werden zwar nicht Kranke heilen, Tote aufwecken, Aussätzige rein machen oder böse Geister austreiben, wie es im Evangelium steht.

Aber wir können Kranke besuchen, Trauernde trösten, die Außenseiter zur Gemeinschaft einladen und dort wo Streit ist, für den Frieden einstehen. Bestimmt fallen euch noch andere Dinge ein, die wir heute tun können, um als „Gesendete von Jesus“ wirken zu können. Überlegt gemeinsam, welche Ideen habt ihr? Sprecht darüber.

Der Evangelist Matthäus hat in dieser Bibelstelle alle zwölf Apostelmit ihrem Namen aufgezählt. Es sind hebräische, griechische und römische Vornamen. Sie haben auch verschiedene Berufe. Jedem Apostel wurde später auch ein Symbol zugeordnet. Wenn man Heiligenfiguren in Kirchen oder woanders sieht, dann kann man die Apostel daran erkennen, z.B. wird Petrus mit Schlüsseln dargestellt und Johannes mit einem Buch. An den Namen, den Berufen und auch ihrem Charakter sehen wir, wie unterschiedlich die Jüngerinnen und Jünger waren. Und alle konnte Jesus gut gebrauchen, um die Frohe Botschaft weiterzugeben. (Im Anhang sind die Symbole der Apostel zum ausmalen dabei). Diese Aufgabe ist heute auch unsere Aufgabe als getaufte Menschen. Jesus kann jede und jeden von uns gebrauchen, damit wir Licht in die Welt bringen.

Um zu zeigen, dass jeder von uns, wie die Apostel damals, von Jesus gesendet ist, legt jetzt, von den Teelichtern der Apostel ausgehend, die gelben oder goldenen Streifen zu eurem Platz. Dann entzündet dort für euch selbst, ein Licht. Wir sind im Auftrag von Jesus das Licht der Welt, an denen die Menschen sehen können, wie das Reich Gottes ist.

Lied: „Einer hat uns angesteckt“
https://www.youtube.com/watch?v=XpPwXaaQGcA

Refrain: Einer hat uns angesteckt, mit der Flamme der Liebe.
Einer hat uns aufgeweckt und das Feuer brennt hell (2 mal)
  1. Wer sich selbst verliert, wird das Leben finden.
    Wer die Freiheit spürt, kann sich selber finden. – Refrain.
  2. Wer die Armut spürt, wird im Reichtum leben,
    wer von Herzen brennt, kann sich andern geben. - Refrain
  3. Wer betroffen ist, wird das Wort neu sagen,
    wer sich selbst vergisst, kann auch Lasten tragen. – Refrain

Gemeinsames Fürbittgebet mit Fürbittruf:
„Meine Hoffnung und meine Freude Meine Stärke, mein Licht Christus meine Zuversicht.
Auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht Auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht.“
https://www.youtube.com/watch?v=6ISpa5Kdeic

Wir überlegen jetzt, für wen wir heute beten wollen, an wen wir besonders denken möchten

Das können wir gut mit dem 5-Finger-Gebet! Dieses Gebet eignet sich sehr gut für das gemeinsame Fürbittgebet

  • Der Daumen ist der Finger, der uns am nächsten steht. So ist das erste Gebet für die Menschen, die für uns am wichtigsten sind, die wir liebhaben: Mama, Papa, Großeltern, Geschwister.
  • Der Zeigefinger symbolisiert alle die Menschen, die Vorbilder für uns sind, die heilen, helfen, schützen., z. B. Lehrer, Ärzte Polizisten, Feuerwehrleute....Das zweite Gebet ist für diese Menschen.
  • Der Mittelfinger: ist der längste Finger und soll an die Menschen erinnern, die regieren und leiten. Damit beten wir für alle Menschen, die große Verantwortung tragen, wie zum Beispiel Regierungen, Politiker….
  • Der Ringfinger ist, wie die Klavierspieler*innen sagen, der schwächste Finger. Mit ihm, beten wir für die Schwächsten der Welt: Arme, Kranke, Flüchtende, Verfolgte, Leidende, Traurige…
  • Und zum Schluss der kleine Finger, der kleinste von allen. Er soll daran erinnern, auch für uns selbst und unsere Bedürfnisse zu beten. sehen und so besser dafür beten

Schließen wir die Fürbitten mit dem gemeinsamen Gebet des „Vater unser““, dafür geben wir uns die Hände und bilden einen Kreis um die Mitte mit Kerze und Teelichter.

Abschließen kann man den Gottesdienst mit einem Segen:
Der Herr segne und behüte uns. Er schaue uns mit seinem freundlichen Gesicht an. Er schenke uns seinen Friede, seine Gnade, sein Erbarmen und seine Liebe.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

Schlusslied: „Gottes guter Segen sei mit euch“
https://www.youtube.com/watch?v=xmX4ii5Hazc

Danach könnt ihr noch basteln und malen. Viel Spaß, seid behütet, bleibt gesund.
Es grüßt Euch
Eure Gemeindereferentin Hiltrud Beckenkamp