Andacht mit Agape - Gründonnerstag

Anleitung für einen Do-It-Yourself-Gottesdienst zu Hause

Am 01.04.2021, Agapefeier für Familien am Gründonnerstag
Hiltrud Beckenkamp, Gemeindereferentin

Vorbemerkung

Der Vorschlag bietet ihnen Ideen und Impulse, die sie komplett nutzen können oder sie können manches weglassen und/oder vertraute Lieder, Rituale, Gebete einfügen. Sie sind die Experten für ihre Familie und sie wissen, was die Kinder brauchen, was sie trägt oder hält. Vertrauen sie auf sich!

  • Sucht euch zu Hause ein Platz an dem ihr euch wohlfühlt: am Esstisch, auf der Couch, im Sitzkreis auf dem Boden oder auf dem Teppich, einfach euer Lieblingsplatz.
  • Stellt euch eine Kerze (am besten in einem Windlicht) oder ein Teelicht im Glas und Streichhölzer oder Feuerzeug zurecht.

Was braucht ihr sonst noch: Ein Gefäß zum ausgießen mit lauwarmem Wasser, eine Schüssel um Wasser aufzufangen, Handtücher, Brot (vlt. das Fladenbrot selber backen), Traubensaft oder einen anderen Saft

Hier können Sie die Texte und Bilder herunterladen.

 

Nun kann es losgehen:

Kreuzzeichen machen und dazu sprechen:
Wir beginnen unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Kerze anzünden: Die Kerze ist für uns ein Zeichen, dass Jesus in unserer Mitte ist.

Hinführung / Hintergrundinformationen zum Gründonnerstag
Bevor Jeus im Garten Getsemani am Ölberg festgenommen wurde, feierte er das letzte Abendmahl mit seinen zwölf Jüngern. Das gemeinsame Mahlhalten gehört auch zur zentralen Feier unseres Glaubens. Vom letzten Abendmahl sind uns zwei wichtige Texte in der Bibel überliefert. Im Johannesevangelium wird uns von der Fußwaschung berichtet. Miteinander essen, das hat Hand und Fuß

Lied (zusammen singen, bei Bedarf vorher anhören)
(https://www.youtube.com/watch?v=Q6w6swBwVDk)

  1. Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier. Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir.
  2. Du legst uns deine Worte und deine Taten vor. Du legst uns deine Worte und deine Taten vor. Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr. Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr.
  3. Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist. Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist, der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt, der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt.
Gebet: Guter Gott, wir treffen uns heute um miteinander Gottesdienst zu feiern. Wir denken an Jesus, deinen Sohn, der mit den Menschen gegessen und gefeiert hat. Sei du bei uns, wenn wir singen und beten und lass uns spüren, dass Du mit uns feierst. Darum bitten wir im Namen von Jesus Christus unseren Herrn. Amen  

Seit einem Jahr werden wir immer wieder zum Händewaschen angehalten. Jetzt beherrschen wir das Händewaschen vom kleinsten Kind bis zum alten Menschen. Heute wollen wir einmal ganz bewusst einander die Hände wascht.
Wirklich, einer wäscht dem anderen die Hände, nicht jeder wäscht sich selbst die Hände!!!
Am Gründonnerstag erinnern wir uns an das letzte Abendmahl. Damals, vor über 2.000 Jahren, hat Jesus den Jüngern nicht die Hände, sondern die Füße gewaschen.
In dieser Zeit war es so, dass alle Menschen, bevor sie in ein Haus gingen, die Füße waschen mussten. Die Straßen waren staubig und um nicht alles zu verschmutzen und auch keine Krankheiten mitzubringen, war die Fußwaschung, wenn man ein Haus betrat, wichtig. Bei reichen Menschen mussten Sklaven diese schmutzige, erniedrigende Arbeit machen.
In der Bibel im Johannesevangelium lesen wir, dass Jesu selbst an diesem Abend, den Jüngern die Füße wusch. Seine Jünger, ganz besonders Petrus, war mit diesem Dienst von Jesus, völlig überfordert und so lehnte er es ab, dass Jesus ihm die Füße waschen wollte.
Im Gespräch könnte das etwa so ausgesehen haben: vielleicht mögt ihr das Gespräch nachspielen!

PETRUS: Herr, du willst mir die Füße waschen!?! Das geht zu weit. Du bist unser Herr und Meister! Ich will nicht, dass du so niedrige Arbeiten für mich machst!
JESUS: Aber Petrus! Du verstehst noch nicht, später wirst du es begreifen.
PETRUS: Niemals lasse ich das zu!
JESUS: Wenn ich dir jetzt nicht die Füße wa¬schen darf, gehörst du nicht richtig zu mir.

Jetzt war es für Petrus ganz schwierig, denn das war doch genau das, was er unbedingt wollte. Er wollte ganz eng mit Jesus verbunden sein.

PETRUS: Herr, wenn das so ist, dann wasch nicht nur meine Füße, dann wasch mir auch den Kopf und die Hände.
JESUS: Ach, Petrus, du bist doch sauber vom Bad. Es sind nur deine Füße, die staubig sind. Ich will euch damit etwas zeigen. Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr und trotzdem habe ich für euch die niedrige Arbeit eines Dieners, eines Sklaven, gemacht. Ich will euch ein Beispiel geben: So sollt ihr es auch tun, ihr sollt einander dienen, in allem füreinander da sein. (Jesus wäscht Petrus die Füße.)

Jetzt meine Frage an euch Kinder: Was zeigt Jesus damit?
Mögliche Antworten der Kinder: Er lässt sich nicht bedienen, er wird zum Diener, er macht sich klein, er will uns ein Vorbild sein, alle Menschen sind gleich viel wert, wir sollen uns nicht aufspielen, sondern helfend miteinander umgehen, den anderen lieben und schätzen, nicht den anderen klein machen, indem ich mich als Chef aufspiele.

Mögliche Erklärung: Jesus macht sich klein, um den Jüngern zu helfen oder auch heute mir zu helfen. Jesus Verhalten war ein Liebeszeichen, ein Liebesdienst. Ein Zeichen dafür, wie sehr er uns Menschen liebt und uns nahe ist. Er zeigt den Jüngern und damit auch uns heute, dass wir miteinander wie Geschwister umgehen sollen. Das nicht einer der Herr ist und der andere sein Sklave, sondern jeder Mensch gleich wertvoll ist und wir sorgsam miteinander umgehen sollen. Man soll sich selbst nicht über einen anderen stellen, sondern schauen, wie man dem anderen etwas Gutes tun kann, wo man ihm helfen kann, ihm zur Seite stehen kann.

Lied vor dem Evangelium
(https://www.youtube.com/watch?v=kV0Tc9PpjKs)

„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht, es hat Hoffnung und Zukunft gebracht, es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.“

Evangelium

„Das letzte Abendmahl“ - Filme bei youtube



Bibel leicht erzählt (katholisch.de)
https://www.youtube.com/watch?v=JRcYVLLi6iA
oder
https://www.youtube.com/watch?v=hcDjSLZbBac

Evangelium (Text zum vorlesen)

Als Jesus mit seinen Jüngern gemeinsam am Tisch saß, nahm er den Teller, auf dem das Brot lag. Er stellte den Teller zur Seite, nahm das Brot und sprach ein Dankgebet; dann teilte er das Brot, reichte es seinen Freunden und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er auch den Krug mit Wein und sprach das Dankgebet. Er gab ihn den Jüngern, sie teilten und sie tranken alle daraus. Danach er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Amen, ich sage euch: An dem Tag, an dem ich wieder davon trinke, bin ich im Reich meines Vaters. erzählt nach Markus 14,22 – 26

Gedanken zum Evangelium

Frage an die Kinder bzw. gemeinsames Gespräch: Wenn wir das Evangelium hören, woran erinnert euch das? (Gottdienst in der Gemeinde, Worte des Pfarrers im Hochgebet)
Wenn wir gemeinsam sonntags Gottesdienst feiern und uns an Jesus erinnern, der Pfarrer die Wandlungsworte spricht, dann erinnern wir uns an diesen letzten Abend von Jesus. Aber es ist noch viel mehr, durch diese Worte ist Jesus auch heute bei uns. Auch heute will er bei uns ein, er möchte uns nahe sein und zu uns kommen, damit er uns Kraft schenken kann. Wir dürfen immer zu ihm kommen und uns von ihm stärken lassen!!

Lied vor dem Evangelium
(https://www.youtube.com/watch?v=kV0Tc9PpjKs)

1. Dieses kleine Stück Brot in unsren Händen reicht aus für alle Menschen.
Ref.: Du verwandelst das Brot in Jesu Leib
Du verwandelst den Wein in Jesu Blut
Du verwandelst den Tod in Auferstehen
Verwandle du auch uns!

2. Dieser kleine Schluck Wein in unseren Bechern gibt Kraft für alle Menschen.
Ref.: Du verwandelst ...
3. Jede Hoffnung, die lebt in unseren Herzen ist Hoffnung für die Welt.
Ref.: Du verwandelst ...

Wir beten zusammen das „Vater unser“
Das Gebet, dass Jesus uns selbst beigebracht hat

„Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Danach gemeinsam Mahl halten. Brot in die Mitte legen: Wir essen am Ende des Textes gemeinsam!

Brot in der Hand (Text von Elsbeth Bihler)
Wir sehen das Brot in der Mitte. Es bedeutet Nahrung für viele.
Wenn wir es miteinander teilen, bedeutet es Gemeinschaft unter uns.
Wenn wir es essen und dabei an jemanden denken, wird es zum Brot der Gemeinschaft mit den vielen. Wir reichen das Brot herum und brechen es. Jeder behält ein Brotstück in der Hand.

Brot wird herumgereicht, jeder bekommt ein Stück, wenn alle haben:
Wir schauen es an, dieses kleine Stückchen Brot.
Wir riechen daran und nehmen seinen Geruch in uns auf.
Wir essen das Brot und schmecken es.
Während wir kauen und essen, schließen wir die Augen. Wir denken an jemand, der uns nahe ist.
Wir erinnern uns an Menschen, mit denen wir Brot gebrochen haben.
Dieses kleine Stück Brot wird für uns zum Brot der Erinnerung.

Jetzt gemeinsam das Stück Brot essen, dann für alle Traubensaft herumreichen:
Jesus, Du reichst uns Brot und Wein.
Du sagst, der Wein ist mein Blut, mein Leben.
Für euch.
In euch.
Das feiern wir immer wieder im Gottesdienst.
Du willst mit uns Gemeinschaft haben.
Kommunion.
Dank für dieses Geschenk,
dass du selber bist.
Du bist bei uns.
Amen

Überleitung zum weiteren Geschehen mit Jesus

Nach dem Mahl ging Jesus mit drei Freunden hinaus in den Ölberg, in den Garten Gethsemane, um zu beten und Gott ganz nahe zu sein.
So endet dieses Fest sehr nachdenklich und ruhig. Ich lade euch ein, auch einen Moment ruhig zu werden, selber zu beten und dabei das Lied zu hören.
Jesus bittet seine Freunde: Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet……

Lied aus Taize: Bleibet hier…
(https://www.youtube.com/watch?v=5QN9xJEyu7s)