Do-It-Yourself-Kreuzweg mit Kindern - Karfreitag

Anleitung für einen Do-It-Yourself-Gottesdienst zu Hause

Am 2.04.2021, Kreuzweg für Familien
Hiltrud Beckenkamp, Gemeindereferentin

Vorbemerkung

  • Ihr erhaltet vorbereitetes Material für zu Hause, damit ihr im Kreis der Familie einen Kreuzweg feiern könnt.
  • Wenn Euch der Vorschlag zu lang ist, könnt ihr natürlich auch nur Teile davon übernehmen: Gestaltet die kleine Feier so, wie sie für euch und euer Familienleben passend ist.
  • Gut wäre, wenn ihr daheim den Raum, wo ihr gemeinsam den Gottesdienst feiern wollt, so gestaltet, dass ihr euch dort wohl fühlt und nicht zu viel Ablenkung habt. Dazu gehört auch eine Kerze und wenn ein Kreuz, wenn ihr eins zu Hause habt, für die Mitte. Zum Schmücken des Kreuzes Blumen aus dem Garten oder mitgebracht von einem Spaziergang. Legt auch Blätter und Stifte bereit.
  • Eine Person sollte sich den Ablauf vorab anschauen und gedanklich vorbereiten sowie Texte ausdrucken. Die Texte können gerne an mehrere Personen verteilt werden. Wichtig ist, dass alle mit einbezogen werden. Beim Vorlesen könnt ihr euch die Bilder zur Station anschauen.

Bilder und Vorlage für diesen Kreuzweg: http://www.trotzdemnah.at/jugend-familie/kinderkreuzweg/

Hier können Sie die Texte und Bilder herunterladen.

 

Den Kreuzweg mit Jesus gehen

Nun kann es losgehen:

Kreuzzeichen machen und dazu sprechen:
Wir beginnen unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind
(https://www.youtube.com/watch?v=PEQleRjd7u8)

Kerze anzünden: Die Kerze ist für uns ein Zeichen, dass Jesus in unserer Mitte ist.

Gebet: Jesus, wir sind heute hier zusammengekommen, um zu hören, was damals mit dir passiert ist. Wir wollen uns erinnern und mit dir deinen Weg gehen.
Öffne unsere Augen und Ohren, dass wir sehen und verstehen, was du uns sagst.
So bitten wir dich Jesus, unseren Bruder und Freund. Amen.

Zwischen den Stationen könnt ihr immer singen: Geh mit uns auf unserm Weg, geh mit uns auf unserm Weg.
https://www.youtube.com/watch?v=IgY9oVUQImQ

1. Station: Palmsonntag – die Menschen in Jerusalem begrüßen Jesus wie ein König

Unser Weg beginnt mit dem Palmsonntag. Wir denken daran, dass Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Von vielen Leuten wird er begeistert be¬grüßt. Sie winken ihm, rufen „Gesegnet sei der da kommt" und jubeln ihm zu: „Jesus soll unser König sein." Sein Einzug ist auch fast wie der eines Königs. Ja, Jesus ist ein König, der den Menschen Frieden und die Botschaft von Gottes Liebe bringen will.
Wie hättet Ihr Jesus begrüßt? Ein einfaches Hallo? Tauscht Euch über verschieden Begrüßungsformen aus.

2. Station: Das letzte Abendmahl – Jesus teilt mit uns Brot und Wein und will bei uns bleiben

Die Gegner Jesu ärgern sich, dass er von so vielen Menschen freudig be¬grüßt wird. Sie überlegen, wie sie ihn aus dem Weg räumen können. Jesus ahnt, dass der Abschied von seinen Freunden bevorsteht. Darum lädt er sie zum Essen, zum „letzten Abendmahl" ein. Dabei tut er etwas ganz Beson¬deres. Er wäscht ihnen die Füße. Das ist sonst die Aufgabe der Sklaven. Bei Jesus ist es ein Zeichen seiner Liebe. Deshalb sagt er: „Was ich getan habe, sollt auch ihr tun, einander helfen, einander dienen, einander Gutes tun, einander Zeichen der Liebe schenken.“
Beim Essen reicht Jesus seinen Freunden zuerst Brot und danach einen Becher mit Wein.
Und er sagt zu ihnen: „Trefft euch immer wieder. Esst und trinkt, wie wir es hier getan haben und erinnert euch dabei an mich. Ich bin dann immer bei Euch"
Welche Speisen mögt Ihr besonders gerne? Mit wen teilt Ihr gerne Euer Essen? Was gibt Euch Kraft?

3. Station: Am Ölberg – Jesus hat große Angst, seine Freunde lassen ihn alleine, doch Gott sein Vater ist da

Nach dem Abschiedsmahl geht Jesus mit seinen Freunden den Jüngern in einen Garten am Ölberg in den Garten Gethsemane. Er heißt so, weil es dort viele Olivenbäume gibt. Aus ihren Früchten wird Öl gewonnen. Jesus ahnt, dass seine Gegner ihn töten wollen Seine Traurigkeit und Angst wird so bedrückend, dass er allein sein will. Er lässt seine Freunde zurück. Er kniet nieder und betet lange. Er bittet sei¬nen Vater, ihm in seiner Angst beizustehen. Das Beten stärkt ihn. Als er zurück zu seinen Jüngern kommt, schlafen diese, sie haben Jesus mit seiner großen Angst alleine gelassen.
Wie fühlt ihr Euch, wenn Ihr Angst habt? Wer ist Euch nahe, wenn Ihr Angst habt?

Schaut Euch die Gesichter gut an. Bei welchen Gesichtern kann man erkennen, dass sie Angst haben?

4. Station: Jesus wird verurteilt und verspottet – die Menschen erkennen ihn nicht

Jesus wird von dem römischen Statthalter Pontius Pilatus zum Tod am Kreuz verurteilt, obwohl dieser ihn für unschuldig hält. Die Menschen rufen: „Ans Kreuz mit ihm!“ Pontius Pilatus lässt sich zum Zeichen seiner Unschuld, Wasser bringen und wäscht sich vor den Augen der Menschen die Hände und sagt, dass er keine Schuld trägt am Tod von Jesus. Die Menschen di rufen, haben vergessen was Jesus alles getan hat und damit gezeigt hat, dass er Gottes Sohn ist.
An welchen Taten von Jesus hätten die Menschen erkennen können, dass er Gottes Sohn ist?
(Wunder und Heilungen, Tote werden auferweckt…) Kennt Ihr noch weitere Beispiele?
Wie Pilatus waschen auch wir unsere Hände, oft in Unschuld. Wir sehen Unrecht und greifen nicht ein. Wir handeln falsch und böse, schieben aber oft diese Schuld auf andere. Kennst du auch solche Momente? Überlegt kurz in Stille, jeder für sich., wann das bei euch schon einmal passiert ist.

5. Station: Jesus trägt das schwere Kreuz

Jesus wird zum Tod am Kreuz verurteilt. Das Urteil wird auf der Anhöhe Golgotha vor der Stadt vollstreckt. Die Soldaten führen Jesus aus der Stadt. Er muss selbst das schwere Kreuz tragen.
Habt Ihr auch schon einmal etwas sehr Schweres getragen? Kennt Ihr Menschen, die schwere lasten zu tragen haben? Schwere Lasten können auch Sorgen sein, die einem das Leben schwer machen? Redet miteinander über Eure Sorgen und überlegt, wie Ihr Euch gegenseitig dabei helfen könnt das die Sorgenlast leichter wird.

6. Station: Jesus fällt unter dem schweren Kreuz, doch er steht wieder auf

Der Weg aus der Stadt ist schwer, das Kreuz drück Jesus auf der Schulter, seine Kraft wird weniger. Es ist so schwer, dass Jesus hinfällt. Aber er nimmt alle Kraft zusammen, steht wieder auf und geht weiter mit dem Kreuz.
Könnt Ihr Euch an Situationen erinnern, wo Ihr euch oder jemand aus der Familie verletzt hat oder krank war?
Sprecht jetzt gemeinsam dieses Gebet:
Guter Gott, hilf mir, dass auch ich nicht den Mut verliere, wenn es einmal schwer ist und es nicht weiter geht. Ich bin dankbar für alle Menschen, die mir dann helfen. Sei du bei mir, egal was kommt. Amen

7. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus sein Kreuz zu tragen

Die Soldaten sehen, dass Jesus immer schwächer wird und dass er Hilfe braucht. Da kommt gerade Simon, ein Mann aus Zyrene, vorbei. Er kommt vom Feld und ist auf dem Weg nach Hause. Die Soldaten zwingen ihn Jesus zu helfen das Kreuz zu tragen.
Wer hat dir schon geholfen, als es dir schlecht ging? Zeichnet auf ein Blatt Papier eine Hand aus Eurer Familie ab und schreibt dort alle hinein, wer euch schon einmal geholfen hat.

8. Station: Maria, die Mutter von Jesus geht den Weg mit ihm, sie lässt ihn nicht allein

Maria, die Mutter von Jesus ist die ganze Zeit dabei. Sie begleitet Jesus. Sie geht am Wegesrand mit, denn die Soldaten lassen sie nicht zu Jesus. Sie versucht ihn anzusehen und ihm so zu zeigen, ich bin da!
Wart Ihr auch schon einmal für jemand da, der Euch gebraucht hat? Zeichnet den Umriss eines Fußes auf ein Blatt Papier und schreibt dort gemeinsam auf, wie jeder und jede Einzelne geholfen hat.

9. Station: Veronika reicht Jesus unterwegs ein Schweißtuch, damit er sich das Gesicht abwischen kann

Veronika steht am Wegrand, als Jesus vorbeikommt. Sie ist traurig, denn sie hat Jesus lieb, sie hat ihn predigen gehört und gesehen, wie er geheilt hat. Jetzt will sie ihm helfen. Sie nimmt ein Tuch und reicht es Jesus, dass er sich den Schweiß aus dem Gesicht wischen kann, damit dieser ihm nicht mehr in die Augen läuft.
Auch wir wollen uns jetzt gegenseitig zeigen, dass wir uns gerne haben. Zeichnet ein großes Herz auf ein Blatt Papier. Nun kann jede, jeder ein kleines Herz in das große Herz malen.

10. Station: Die Soldaten nageln Jesus an das Kreuz

Oben auf dem Berg schlagen die Soldaten die Hände und Füße von Jesus am Kreuz fest. Dann richten sie das Kreuz auf. Jesus hat große Schmerzen.
Jede und jeder denkt einmal darüber nach, ob er im übertragenen sinn schon einmal andere aufs Kreuz gelegt hat, reingelegt oder bewusst belogen hat. Habt Ihr es später bereut? Schaut euch beim Überlegen das Kreuz in Eurer Mitte an.

11. Station: Jesus sagt am Kreuz: Ich habe alles für die Menschen gemacht. Es ist vollbracht.“ Dann stirbt er!

Jesus ist am Kreuz gestorben. Wir werden still und blasen unsere Kerze in der Mitte aus. Es ist ganz still - totenstill. Wir bleiben auch einen Moment still und denken an all die Menschen, die wir lieben die aber schon verstorben sind. Danach machen wir uns zum Zeichen des Segens gegenseitig ein Kreuzzeichen auf die Stirn..

12. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und ins Grab gelegt.
       Doch wir vertrauen darauf: Du bist stärker als der Tod!

Weil am nächsten Tag ein großer Festtag in Jerusalem bevorstand, durfte Jesus vom Kreuz abgenommen und in einem Grab (Felsengrab) begraben werden. Die Frauen wickelten den Leichnam von Jesus in Tücher und die Männer rollten einen dicken Felsbrocken vor den Eingang des Grabes.
Das Kreuz ist Zeichen für Leid und Tod, aber auch für neues Leben und Liebe. Schmückt es mit euren Blumen oder malt Blumen, die ihr dazu legt.

13. Station: Ostern: Jesus ist auferstanden – das Leben hat gesiegt – der Tod nicht das letzte Wort

Wir zünden unsere Kerze in der Mitte wieder an, wenn Ihr Teelichter habt, kann jede*r an der Kerze in der Mitte ein Teelicht entzünden und rund um die große Kerze stellen.

Zum Abschluss beten wir gemeinsam das „Vater unser“ und enden mit einem gemeinsamen Kreuzzeichen.
Wir bezeichnen uns im Zeichen des Kreuzes: Im Namen des Vaters, des Soh¬nes und des Heiligen Geistes. Amen

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Hat euch der Do-It-Yourself-Kreuzweg gefallen? Oder habt ihr Verbesserungsvorschläge?
Dann mailt uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mich würde auch einfach eine Rückmeldung interessieren, wer den Gottesdienst gefeiert hat.

Bleibt behütet, es grüßt euch
Hille Beckenkamp, Gemeindereferentin St. Antonius, Pfungstadt