Pfarrbrief zu Weihnachten 2017

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Pfarrbrief zu Weihnachten 2017 als PDF

Die Texte einiger Artikel und Informationen aus dem aktuellen Pfarrbrief finden Sie im Folgenden. Alle Artikel mit ansprechenden Illustrationen finden Sie in der PDF-Version. Klicken Sie zum Öffnen oder Herunterladen auf den oben stehenden Link.

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Alles fließt“, an diese Weltvorstellung des griechischen Philosophen Heraklit musste ich denken, als wir im Frühjahr mit unseren Räten eine Fortbildung besuchten; ihr Titel lautete „Liquid Church“.
Ein Soziologe namens Sygmunt Bauman hat diesen Begriff angeregt indem er unsere moderne Gesellschaft als „Liquid Modernity“ beschreibt. Er sieht unsere Epoche davon geprägt, dass alte Gewissheiten nicht mehr gelten, nichts mehr dauerhaft zu sein scheint, vom Arbeitsleben über die Politik bis hin zu unseren Beziehungen.
Theologen haben diese Gesellschaftssicht auf unsere Kirche übertragen und sich gefragt, was das für uns als Kirche heißt, wenn tatsächlich ALLES im Fluss ist. Aus ihren Überlegungen entstand der Begriff „Liquid Church“. Wer in den letzten Jahren Kontakt gehalten hat zu seiner Kirchengemeinde, egal ob evangelisch oder katholisch, der ahnt was damit gemeint ist: uralte Kirchengemeinden werden zusammen gelegt, in einigen Bistümern sogar aufgelöst. Stellen werden gestrichen oder umgeplant, Gebäude aufgegeben, verkauft oder vermietet. Wie die eigene Gemeinde in 10 oder 20 Jahren aussieht, ob es sie überhaupt noch gibt, das ist in vielen Regionen noch viel fraglicher als bei uns. Im Bistum Essen wurden in den letzten 10 Jahren über 70 Kirchen und Kapellen geschlossen und profaniert, die zugehörigen Pfarreien aufgelöst. Sicher ist, dass in 20 Jahren kaum noch etwas so sein wird, wie es heute ist. Und das sind nur die strukturellen Veränderungen..
Auch inhaltlich ist vieles im Fluss: die Menschen, die heute noch kommen, um zu heiraten, ihre Kinder taufen oder ihre Toten bestatten zu lassen, sind in ihren Wertvorstellungen und Überzeugungen genauso bunt und divergent, wie es auch unsere Gesellschaft ist. Die einst „normale“ Taufe, zu der zwei verheiratete Gemeindemitglieder, die in ihrer Pfarrei verwurzelt sind, ihr Kind anmelden, ist inzwischen die große Ausnahme.
In unserer Zeit muss Kirche eben flexibel sein, sich anpassen, so meinen viele. Und einerseits stimmt das: die unterschiedlichen Menschen annehmen und auf sie eingehen, sich wechselnden Strukturen anpassen, das erfordert viel Wandlungsbereitschaft. Andererseits stellt sich mir die Frage nach den Grenzen der Flexibilität. Ich bin überzeugt, dass Menschen heute gerade wegen der vielen Veränderungen ein Bedürfnis nach Stabilität und Identifikation haben.
Wenn wir als Kirche FÜR die Menschen da und MIT ihnen unterwegs sein wollen, dann geht das nur, wenn wir auch Halt bieten können. Dazu haben wir Gott
Dazu haben wir Gott sei Dank viele Möglichkeiten und eine davon steht derzeit wieder im Mittelpunkt: Das Kirchenjahr, das mit dem Advent beginnt und unserer fließenden Zeit ein festes Gerüst gibt.
Alle Jahre wieder … das klingt nach ständiger Wiederholung. Dieselben Abläufe, dieselben Rituale..
Sie lassen uns wie auf einer vertrauten Insel stehen, mitten im Fluss der Zeit. In der Ankunft Christi und in seiner Botschaft haben wir einen Fixpunkt, der in sich ruht, uns Halt gibt. Egal, wieviel auch sonst sich verändern mag..

Ich wünsche Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
Br. Martin Kleespies, Pfr.
Martin Kleespies

 

Weihnachtswünsche

Wir bitten Gott den Mächtigen
Er möge uns behilflich sein:
Dass wir Weihnachten nicht wie Karneval feiern,
dass wir das Wunder von Bethlehem
nicht mit einem Musical plus Domführung
plus Wies’n plus Historienmarkt
alles inklusive verwechseln,
sondern, dass wir die Stille und das Heilige
nicht nur in der Nacht neu entdecken,
unser kleines und endliches Sein spüren
und mit Jesus gleichsam neu auf die Welt kommen.
Große Freude ist uns verkündet worden,
sie soll in uns wach werden und leben.
Erbarmen mit Anderen und Zuversicht für uns selber
werden uns begleiten,
denn Christus ist unter uns, urjung und uralt.

(Autor unbekannt)

 

Mittwochs sind die Psalmen dran

Das Neuerscheinen der Katholischen Einheitsübersetzung (siehe Pfarrbrief Ostern 2017, S. 12–13), der Evangelischen Lutherbibel und nicht zuletzt das Reformationsgedenkjahr, das uns an das lutherische „sola scriptura“ erinnert, können Anlass sein, sich wieder aktiv und systematisch mit dem Buch der Bücher zu beschäftigen.
Allerdings ist es ziemlich schwierig, die Bibel wie ein belletristisches Werk von der ersten Seite beginnend, linear durchzulesen. Denn die Bibel besteht nicht nur aus Psalm 23 und schönen Geschichten nach Art des „Verlorenen Sohnes“ sondern enthält bekanntlich über längere Strecken auch schwer verdauliche Kost, die manchmal viel Durchhaltevermögen erfordert.
Um diese Schwierigkeit zu erleichtern, gibt es verschiedene Bibellesepläne, die den Text tageweise portionieren und mischen, damit die Lektüre abwechslungsreich bleibt. Aus Platzgründen können an dieser Stelle nicht alle Pläne vorgestellt und rezensiert werden.
Auf einen genialen Vorschlag soll jedoch hingewiesen werden. Es ist der Bibelleseplan von Michael Coley, der in einem Jahr durch die ganze Bibel führt, allerdings ohne Apokryphen.
Er unterteilt die biblischen Bücher in sieben Gruppen. Jedem Wochentag wird eine Gruppe zugeordnet. Dieses Prinzip wird ganzjährig durchgehalten, so dass ein „schwieriges“ Buch erst in der folgenden Woche fortgesetzt wird und keine lange Frustrationsphase am Stück entstehen kann. Vier Wochentage entfallen auf das Alte Testament und sind gegliedert in die Bücher Mose, die Bücher der Geschichte, die Psalmen sowie die Dichtungen.
Das Neue Testament ist getrennt nach Evangelien und Briefen wöchentlich an zwei Tagen an der Reihe.

Alles in allem eine sehr gelungene Aufteilung. Im Internet kann man den detaillierten Jahres-Tagesplan von Michael Coley unter der Adresse
      http://www.bibelportal.de/index.php/download-bibelleseplaene
herunterladen.

Man kann unterjährig an jedem Sonntag starten und muss nicht Neujahr abwarten. Gutes Gelingen!

Wolfgang Krichbaum

 

Luise und die 7 Männer:
Mehr als nur Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat wird durch den Pfarrgemeinderat gewählt. In dieser Legislaturperiode in unserer Gemeinde ein fast rein weiblich besetztes Gremium. Es wählte einen Verwaltungsrat, der nur mit Männern besetzt ist. Gut, dass uns Luise Spiske als eine der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates begleitet!
Doch was tut so ein Verwaltungsrat? Er trägt die Verantwortung für die Verwaltung von Finanzen und Liegenschaften der Pfarrei. Ca. 70.000 Euro hat er im Jahr zur Verfügung. Mehr als die Hälfte davon wird für Personal eingesetzt. Mit dem Rest müssen alle anderen Ausgaben wie Instandhaltung des Pfarrhauses, des Gemeindehauses, der beiden Kirchen, Gartenarbeit, Winterdienst und Energiekosten bezahlt werden. Schon auf den ersten Blick wird klar: Reich sind wir nicht, wir müssen gut haushalten, Kosten sparen und sind auf Spendengelder und Zuschüsse angewiesen.
Doch wie sparen wir Kosten oder, anders herum betrachtet, wie gelingt es, wichtige Maßnahmen umzusetzen? Unsere Antwort darauf: Kreativität und Eigenleistung.
Wir alle im Verwaltungsrat haben vor allem Freude daran, Dinge nach vorn zu bringen, so sind wir in den vergangenen zwei Jahren zu einem in ganz unterschiedlichen Bereichen kompetenten und schlagfähigen Team zusammen gewachsen, das viel mehr tut als „nur“ verwalten.
Als beispielsweise der Blechschuppen für den Rasentraktor in Hl. Geist kaputt ging, wurde nicht einfach ein neuer gebaut, der die Architektur der Kirche stören könnte, sondern es wurde eines der Fenster im Pavillon zwischen Gemeindehaus und Kirche nach unten zu einem Tor verlängert. So wird der Pavillon nun besser genutzt, es wurden Kosten gespart und das ohne Störung der Architektur der Kirche.
Um die Kosten zu reduzieren wurde die Außenbeleuchtung von Hl. Geist in Eigenarbeit erneuert. Nur durch Eigenleistung war es möglich, den Schallschutz im Gemeindesaal zu finanzieren. Eines der großen Projekte war die Umstellung der Heizungen im Pfarrhaus und in St. Bonifatius auf Gas – Die alten Öltanks entsprachen nicht mehr den Vorschriften und die Umstellung auf Gas erwies sich als preiswerter. Der Verwaltungsrat entfernte in der „Panzerknacker-Aktion“ die Mauern um die alten Öltanks. Nun werden laufend Heizkosten gespart, das Klima etwas weniger belastet, es wurde Platz im Keller geschaffen und das „Panzerknackerteam“, bestehend aus Räten und Helfern, hatte ein tolles Team-Building-Erlebnis.
Ganz besonders engagieren sich stets die Herren Frye und Satorius. Und natürlich unser Pfarrer. Bruder Martin hat nicht nur sein Herz am rechten Fleck. Es wohnen gleich zwei Herzen in seiner Brust: Das des Seelsorgers und das eines Ingenieurs. Ideale Vo- Luise und die 7 Männer: Mehr als nur Verwaltungsrat 8 raussetzungen für einen Gemeindeleiter und Vorsitzenden des Verwaltungsrates.
Einigkeit in Sachfragen herrscht indes nicht immer. Bei der Erneuerung der Fenster der Sakristei in Hl.-Geist beispielsweise konkurrierten die Vorschläge, Fenster im Internet zu kaufen und selbst einzubauen mit dem Kauf beim Fensterbauer um die Ecke inklusive Einbau. Die Entscheidung wurde hier zugunsten des zweiten Vorschlags getroffen. Aktuell diskutieren wir über die Installation einer Photovoltaik- Anlage auf dem Pfarrheim. Unstrittig ist: Wir möchten mit der Anlage ein Zeichen zur Bewahrung der Schöpfung setzen. Nur, vermieten wir die Dachfläche und lassen bauen – dann haben wir weniger Aufwand, weniger Verantwortung und Risiko, aber auch weniger Einnahmen? Oder bauen und betreiben wir selber – mehr Risiko, mehr Verantwortung, mehr Aufwand, wir werden zum Unternehmer und haben dafür mehr Einnahmen, mit denen wir gestalten können? Gerne sind Sie eingeladen, uns Ihr Feedback zu geben. Schreiben Sie eine Mail an das Pfarrbüro oder sprechen Sie uns an. Zum Schluss einen herzlichen Dank an Luise, Bernd, Erich, Markus, Martin, Peter, Rasmus. Wir sind ein tolles Team und die Arbeit mit Euch macht viel Spaß!

Für den Verwaltungsrat Benjamin Krick

 

Bericht aus dem Pfargemeinderat

Dieses Jahr haben wir uns an den Festkonzepten zu schaffen gemacht und Fronleichnam diesmal mit einer Prozession gefeiert. Anschließend wurden im Pfarrgarten Getränke und kleine Brötchen auf Spendenbasis angeboten. Es war ein sehr entspanntes und geselliges Beisammensein, sodass wir bei diesem Konzept bleiben wollen.
Das Pfarrfest an Erntedank haben wir ebenfalls auf Spendenbasis umgestellt. Das hat auch diesem Fest sehr gutgetan, keine Schlangen an den Ständen und eine gemütliche, schöne Atmosphäre. Wir haben an den Verpflegungsständen knapp 1800,– € eingenommen, mehr als in den Vorjahren. In der Spendenbox für syrische Christen in Leipzig fanden sich 340,– €, sie werden den gesamten Erlös von 1217,33 € bekommen.
Die Pilipino Prayer Group hat dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert und ein schönes Fest mit einem Konzert des Universitätschors aus Manila organisiert.
Wir hatten einen Klausurtag zum Thema „Liquid Church“, einem Konzept, das dazu anregen soll, Kirche nicht statisch, sondern dynamisch „im Fluss“ zu denken. Es wirkt noch in uns…
Unsere Aktionen zur Willkommenskultur, wie Liedbuch austeilen und Begrüßungen bei Taufen sind erstaunlich schwierig umzusetzen, da viele von uns an andere Gottesdienste gebunden sind und auch anderweitig Verpflichtungen wahrnehmen.
Der Brief an die Neuzugezogenen wurde überarbeitet.
Leider sind uns im Laufe des Jahres unsere Jugendvertreter abhandengekommen. Sie sind beide durch ihre Ausbildungen und anderweitiges Engagement so eingebunden, dass sie keine Möglichkeit für sich sehen, weiterhin im Pfarrgemeinderat mitzuarbeiten. Wir bedauern das sehr, uns fehlen die frischen Einwürfe in den Sitzungen. Wir bedanken uns für ihre bisherige Mitarbeit und wünschen Ihnen das Allerbeste.
Der Eine-Welt-Kreis sucht für das Khurda- Projekt in Indien dringend Mitarbeiter, die das Projekt von Seeheim aus begleiten. Artikel in der lokalen Presse haben einen Spender zur Folge gehabt, aber keine Helfer. Deshalb ist beschlossen worden, 2018 eine Gemeindefahrt nach Khurda anzubieten, damit sich Interessierte vor Ort ein Bild machen können, worum es geht. Insgesamt haben wir unser Ziel erreicht, häufiger in der lokalen Presse vertreten zu sein.
Das Green-Team wächst dankenswerterweise genauso wie das Unkraut und hat in unseren Grünanlagen viel geleistet und auch schon reiche Früchte geerntet.
Die Pfadfinder möchten sich der Gemeinde mit Filmen und Bildern vorstellen, die über einen Monitor laufen und stellen das Medium bei Gemeindeveranstaltungen auch anderen Gruppen zur Verfügung.
Der Durchgang zur Sakristei in der Werktagskapelle ist geschlossen worden, um die Kapelle ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen; als spiritueller Ort eine Möglichkeit zum Rückzug für Andacht und Gottesdienst zu bieten. Die Franziskanische Gemeinschaft, die die Kapelle für ihre Gottesdienste nutzt, hat bereits Sitzkissen für die Kapelle gefilzt. Sie und alle anderen Nutzer der Kapelle werden mit uns die weitere Gestaltung der Kapelle angehen. Wir freuen uns natürlich diesbezüglich auch über Anregungen aus der Gemeinde.

Wir wünschen allen eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten.

Für den Pfarrgemeinderat Patricia Buschbeck

 

St. Bonifatius Green – Team

Seit unserem Start im letzten Herbst sind wir zu einer fröhlich anpackenden Truppe geworden. Für unseren Einsatz höre ich oft Dank und Anerkennung, das möchte ich an dieser Stelle an alle weitergeben, die mitmachen.
Es war schön zu sehen, wie über das Jahr die selbst gezogenen Kürbisse gewachsen sind und einladend orange leuchteten.
Bedauerlicherweise wurden sie als Fußbälle missbraucht. Statt Roter Karte mit Spielsperre laden wir die Kürbis-Baller ein, bei uns mitzumachen. Hier gibt es echten Teamgeist mit guter Erdung!
Ein herzliches Dankeschön denjenigen, die das Green Team beim Erntedank mit einer selbst gekochten Kürbissuppe vertreten haben. Die Suppe war köstlich! Und mit etwas Glück können wir sie im nächsten Jahr aus Früchten unseres Pfarrgartens genießen.
Beim gemeinsamen Gärtnern gibt es viel Zeit zum Erzählen, über die Welt und was uns sonst so bewegt. Dabei stellten wir fest, dass wir unser Leben an dem christlichen Grundverständnis ausrichten. Vor diesem Hintergrund entstand der Gedanke, unsere Arbeit mal mit einem Gottesdienst zu verbinden, und daher laden wir zu den Freitagsgottesdiensten am 16. März und am 15. Juni ein. Nach dem Gottesdienst wollen wir uns mit einem einfachen Frühstück stärken und dann an die Arbeit machen. Natürlich kann man – wie immer – auch an diesen Tagen später dazu kommen.
Wir treffen uns immer auf dem Gelände der Hl. Geist-Kirche in Seeheim und arbeiten meist 3 bis 4 Stunden. Auch für die, die erst später kommen und/oder nur kürzer bleiben können, gibt es genug zu tun.

Wir freuen uns auf gemeinsame Stunden in Gottes freier Natur rund um Hl. Geist.

Luise Spiske,
062 57/818 05 oder 0 162/6 13 47 27
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Luise Spiske

Zum Vormerken für 2018:

Freitag 15. Juni 8:45 Uhr im GD

Donnerstag   8. März   14:00 Uhr  
Freitag   16. März   8:45 Uhr  im GD
Donnerstag   22. März   10:00 Uhr  
Dienstag   10. April   10:00 Uhr  
Freitag   27. April   10:00 Uhr  
Dienstag   15. Mai   10:00 Uhr  
Montag   28. Mai   10:00 Uhr  
Mittwoch   6. Juni   14:00 Uhr  

 

28 Jahre Mukis

Vor einigen Wochen bin ich im Bischof Colmar- Haus auf ein Plakat aufmerksam geworden, das mich einerseits etwas wehmütig gestimmt hat, aber gleichzeitig viele gute Erinnerungen geweckt hat. Auf dem Plakat war zu lesen „Nach 28 Jahren treffen sich am Dienstag die Mukis zum letzen Mal“. Mukis steht für Mutter-Kind-Gruppe. Monika Runde beschloss nach der Geburt ihres dritten Kindes, die Gründung einer Krabbelgruppe. Ihr war klar, Anfangen ist das eine, Durchhalten ist das Schwierige. Die Mukis trafen sich jeden Dienstag. Das Treffen startete mit dem Reinschleppen eines großen Teppichs, den Frau Runde geschenkt bekommen hatte. Dann wurde gemeinsam gefrühstückt, gespielt, gesungen, gespült und am Ende mit viel Spaß der Teppich weggeschleppt. Natürlich wurde viel Kaffee gebraucht, denn die Nächte der Mütter waren oft nur kurz. Frau Runde sorgte für die Anschaffung einer Kaffeemaschine im Großküchenformat, die noch heute gute Dienste tut, gefolgt von einer professionellen Spülmaschine. Ausgediente Spielsachen wurden Stück für Stück durch hochwertiges Spielzeug ersetzt. Für diese Anschaffungen organisierte sie zahllose Flohmärkte, wobei zuletzt ein fünfstelliger Betrag für die Finanzierung des Bischof Colmar- Hauses erlöst wurde. Sie gewann Frauen, die mit ihr monatelang für Weihnachts- und Osterbasare bastelten, die Basare organisierten und bei jedem Wetter durchführten.

Über die Mukis haben viele den Zugang zur Gemeinde gefunden. Es waren Mütter dieser Kinder, die Kleinkindergottesdienste initiierten und gemeinsam mit den Familien feierten. Viele Kinder nahmen später die Angebote der Kinderschola, Pfadfinder oder Messdiener wahr. Zahlreiche Freundschaften haben ihren Ursprung bei den Mukis.

Nun haben sich die Mukis zum letzten Mal getroffen. Wir danken Frau Runde für ihren Mut, ihre Ideen und das Durchhaltevermögen, womit sie zur Weiterentwicklung der Gemeinde beigetragen hat.

Luise Spiske

 

Internationale Rom-Wallfahrt der Messdiener

Für 2018 hat Papst Franziskus die Messdiener zu einer internationalen Wallfahrt nach Rom eingeladen. Organisiert vom Bistum Mainz kostet die Teilnahme den stolzen Betrag von 580 € pro Messdiener. Unsere Messdiener freuen sich auf die Fahrt, erwarten Impulse und Bestärkung für ihr Engagement. Wir alle schätzen es, wenn Messdiener den Rahmen der Gottesdienste vervollständigen. Das verdient Dank und Respekt.
Um dieses Engagement anzuerkennen, haben wir im Pfarrgemeinderat und im Verwaltungsrat einstimmig beschlossen, die Messdiener bei der Finanzierung der Wallfahrt zu unterstützen. Die Eigenbeteiligung sollte 300 € nicht übersteigen; den Rest übernimmt die Pfarrgemeinde.
Dies wird auch dadurch möglich, dass in unserer Gemeinde viele Arbeiten in Eigenleistung erledigt werden und so einige Ausgaben eingespart wurden. Wir sind der Meinung, das Ersparte ist hier bestens investiert. Aus Gesprächen habe ich mitgenommen, dass sich einige vorstellen können, für die Wallfahrt gezielt zu spenden. Das wäre natürlich echt spitze.

Ein herzliches Dankeschön allen, die mithelfen, dass die Fahrt für die Einzelnen nicht zu teuer wird.

Spendenkonto:
Sparkasse Darmstadt,
IBAN DE37 5085 0150 0024 0039 73,
Verwendungszweck Messdienerwallfahrt

Luise Spiske, Pfarrgemeinderat

 

Arbeitskreis „Zusammenarbeit der Christen in Bickenbach - CiB“

Kirchengeschichte im Zeitraffer

Innerhalb eines Tages durchlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen CiB-Fahrt über 1500 Jahre Kirchengeschichte. Möglich war dies durch den Besuch der Ausstellung „Die Päpste“ im Mannheimer Reiss- Engelhorn-Museum. Die Licht- aber auch die Schattenseiten der Kirchengeschichte von den Anfängen bis zur Reformation wurden in einer sachkundigen, exklusiven Vormittagsführung außerhalb der regulären Öffnungszeit erläutert.
Der Mönch Martin Luther, der mit dem Zustand der Kirche unzufrieden war und Reformen forderte, stieß zunächst auf größten Widerstand mit seinen Thesen. Er wurde 1521 vor den Reichstag in Worms zitiert, um vor „Kaiser und Reich“ seine Leitsätze zu widerrufen. Bekanntermaßen hat er einen Widerruf abgelehnt, angeblich mit den Worten „Hier stehe ich und kann nicht anders“. So wurde aus der Reformabsicht im weiteren Verlauf eine Reformation, die zu der bis heute anhaltenden Kirchenspaltung führte. Die CiB-Gruppe spürte am Nachmittag Luthers Spuren in Worms nach, sachkundig angeführt von Frau Heike Schreiber-Wolsiffer, der Chefin von Citytours Worms. Sie schaffte es spielend, Geschichte lebendig, anschaulich und gut verständlich zu vermitteln. Das Ganze, noch kurzweilig mit viel Humor angereichert und doch mit großem Respekt vor der gewaltigen Historie und dem nötigen Tiefgang, begeisterte die Gruppe – unabhängig von Alter und Vorkenntnissen – und wird noch lange nachwirken.
Bei einer anschließend von ihr geführten Bustour durch die angrenzende Landschaft Rheinhessens wurden der Gruppe die Augen für die Schönheiten des Landstrichs geöffnet und Sympathie für die Lebensart und Mentalität der Einheimischen geweckt. Viele haben Lust bekommen, wiederzukommen, um sich intensiver umzuschauen. Worms ist ein echter Geheimtipp – und 2018 hat der Dom 1000jähriges Weihejubiläum. Dazu wird eine Sonderbriefmarke erscheinen.

Vortrag zur Ökumene: Zeit für Versöhnung

Am 26. Oktober 2017 referierte Pater Klaus Vechtel SJ auf Einladung des überkonfessionellen Arbeitskreises „Christen in Bickenbach - CiB“ über das Thema „500 Jahre Reformation: Zeit für Versöhnung – Ökumenische Perspektiven“. Der Referent ist Professor an der Theologisch-Philosophischen Hochschule Frankfurt. Da der Arbeitskreis CiB in diesem Jahr 25 Jahre alt wurde, war dies gleichzeitig der Festvortrag zum Jubiläum.
Pater Vechtel sprach offen die Probleme, Hoffnungen und Zukunftsvisionen der ökumenischen Bewegung an. Nach seiner Auffassung liegt ein grundlegendes Problem von Ökumene als Einheitsbewegung darin, dass es keinen Konsens darüber gibt, welches konkrete Ziel nun angesteuert werden solle.
Viele theologische Hürden seien in der Vergangenheit ausdiskutiert worden und werden inzwischen nicht mehr als kirchentrennende Hürden angesehen. Dennoch fehle noch gegenseitiges Vertrauen, sichtbare Schritte hin zu mehr Gemeinsamkeiten in der Praxis zuzulassen. Dazu ist notwendig, miteinander auf Augenhöhe wertschätzend umzugehen und keine verletzenden Machtpositionen aufzubauen oder über die Glaubensgeschwister abwertend zu urteilen. Nach Pater Vechtels Auffassung wird die katholische Kirche erkennen müssen, dass ihre „männerbündlerische“ Struktur eine Annäherung der Konfessionen erschwere. Es könne nicht sein, dass auf Dauer die Hälfte der Mitglieder von wichtigen Entscheidungen ferngehalten wird.
Aufbauend auf dem bisher Erreichten, sollte es nach Pater Vechtels Auffassung möglich sein, dem Wunsch vieler Christen nachzukommen und sich weiter aufeinander zuzubewegen.

Gebetswoche für die Einheit der Christen

Im Januar findet in der ganzen Welt eine Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Auch der Arbeitskreis CiB beteiligt sich daran und veranstaltet einen Gottesdienst. Jedes Jahr ist ein anderes Land für die Liturgie verantwortlich. Diesmal stammen die Texte aus den Bahamas.

Veranstalter der Gebetswoche:
Ev. Kirchengemeinde
Kath. Kirchengemeinde
Freie Ev. Baptisten-Gemeinde

Gemeinsamer Gottesdienst
Freitag , 19. Januar 2018, 19:30 Uhr
Evangelische Kirche Bickenbach

Wolfgang Krichbaum

 

50 Jahre Legion Mariens

Am 10. November 1961 gründeten sechs Frauen und ein Mann mit Pfr. Leber eine Gruppe der Legion Mariens.
Beim wöchentlichen Treffen verteilte Pfr. Leber Arbeiten an die Mitglieder. Es gab noch keinen Pfarrgemeinderat, keine Pfarrcaritas und keinen Kontaktkreis. Er bat sie, die Heimbewohner im Balkhäuser und Stettbacher Tal zu besuchen. Diese Heime wurden später geschlossen und neue in Jugenheim und Seeheim gebaut, die dann auch wieder von Legionären besucht wurden.
Auf Anregung von der Legion wurden Gottesdienste in den Heimen gehalten, bei denen die Mitglieder halfen, die Heimbewohner hinzubringen und auch wieder auf ihre Zimmer zu begleiten. Manchmal hielt auch ein Mitglied einen Wortgottesdienst und brachte die Kommunion zu den Kranken.
Damals gab es noch die Pfarrbücherei, die von den Legionären verwaltet wurde und auch bei der Pfarrfastnacht halfen sie mit: Es wurden Tombolagewinne eingesammelt und bei der Ausgabe der Gewinne mitgeholfen. Auch beim Servieren waren sie eingesetzt. Firmunterricht und Hausaufgabenhilfe für Ausländerkinder wurde geleistet.
Zurzeit hat das Präsidium (so nennt man eine Gruppe bei der Legion) 5 tätige und 95 betende Mitglieder. Die Arbeiten haben sich etwas geändert, aber die Besuche in den Seniorenheimen und bei Neuzugezogenen, sowie die Übermittlung von Geburtstagswünschen und Austragen der Pfarrbriefe und Einladungen sind geblieben. Diese Arbeiten werden in Verbindung mit dem Kontaktkreis erledigt.
Bei den wöchentlichen Treffen werden der Rosenkranz und die Legionsgebete gebetet und die Arbeiten verteilt. Gebet und Arbeit in der Pfarrgemeinde gehören bei der Legion zusammen. So kümmert sich das Präsidium auch um die Monatswallfahrt in Maria Einsiedel.
In den 50 Jahren hat das Präsidium mehrere Mitglieder durch Tod, Umzug und aus Altersgründen verloren, aber es sind auch wieder einige dazugekommen.
Die Mitglieder können dankbar auf die segensreiche Zeit zurück und in die Zukunft blicken.

Hilde Daniel

 

-------- Chronik unserer Gemeinde ---------

Das Sakrament der Taufe empfingen:

  • Samrawit Abraham
  • Mateo Leonhardt
  • Mian Gabriel Pietrzak
  • Yasemin Schmidt

Das Sakrament der Ehe spendeten sich:

  • Andrea Godan und Robert Glavas

Wir gedenken im Gebet unserer Verstorbenen:

  • Karoline Heck
  • Marie-Luise Veltjens
  • Edmund Erich Gaida
  • Isolde Wolff
  • Anton Prokein
  • Irmgard Blum
  • Benno Meurer
  • Heinz Schmitt