Pfarrbrief zu Weihnachten 2018

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Pfarrbrief zu Weihnachten 2018 als PDF

Die Texte einiger Artikel und Informationen aus dem aktuellen Pfarrbrief finden Sie im Folgenden. Alle Artikel mit ansprechenden Illustrationen finden Sie in der PDF-Version. Klicken Sie zum Öffnen oder Herunterladen auf den oben stehenden Link.

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Von Herzen schenken“ ist einer der Slogans, die die Werbung gerne verwendet. Auf unsere Weihnachtspost schreiben wir „herzliche Grüße zum Fest der Liebe“. „Von ganzem Herzen mit Liebe gemacht“ sind die gebastelten Geschenke. Wer Werbung im Radio hört und im Fernsehen sieht, wird von Herzen nur so überflutet. Vor einiger Zeit sah ich den Film „Das kalte Herz“. Die Geschichte nach dem Märchen von Wilhelm Hauff spielt im Schwarzwald um Wolfach und Gutach. Peter Munk, ein junger Köhler, hat im Dorf das schöne Mädchen gesehen, das mit dem Sohn des reichen Sägewerkbesitzers tanzt. Seither kennt er nur noch ein Ziel: dieses Mädchen muss die Seine werden. Dazu muss er aber zu Geld kommen. Er hört vom Holländer Michel, der als Geist in einer Höhle im Wald haust. Der verspricht ihm Reichtum, wenn er sein lebendiges fleischernes Herz gegen ein steinernes eintauscht. Der Holländer Michel nimmt das lebendige Herz heraus und setzt ihm ein steinernes Herz ein.
Der Kohlenpeter lässt sich auf den Handel ein. Doch Mitleid kennt er nun nicht mehr; einen Bettler, einen früheren Freund jagt er gnadenlos davon. Nicht zuletzt deshalb wird er so reich. Mit dem Holzhandel und der Flößerei verdient er in Holland unendlich viel Geld. Dadurch kann er nun um die Hand des schönen Mädchens anhalten und die beiden heiraten kurz darauf. Aber selbst seine arme Mutter speist er nur mit kargen Almosen ab. Im Zorn darüber, dass seine Frau gelegentlich einem Bettler etwas gibt, stürzt er sie in einen Abgrund.
Gott sei Dank schafft es der Peter durch eine List am Ende doch noch, sein lebendiges Herz wieder zurückzubekommen. Dadurch wird auch seine Frau wieder lebendig. Und er hat gelernt: Ein steinernes, kaltes Herz taugt vielleicht zum Reichwerden, aber nicht zum Glücklichsein. Denn zum Leben gehört ein fühlendes Herz: Leid und Schmerz, aber auch Glück und Freude empfinden wir nur durch ein lebendiges, mitfühlendes Herz.
„Ihr habt ein Herz aus Stein, ihr seid kalt und abgestumpft,“ das wirft Gott durch den Propheten Ezechiel dem Volk Israel vor. Das harte Leben in der Verbannung in Babylon hat sie hart gemacht. Und auch unter uns scheint so mancher ein hartes, gefühlloses Herz zu haben.
Kommt man mit einem harten Herzen vielleicht besser durchs Leben?
Gott sagt: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben, ich nehme das Herz aus Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz aus Fleisch.“ (Ezechiel 36, 26)
Gott will, dass Menschlichkeit und Herzenswärme unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Gott wird Mensch im Kind in der Krippe, damit wir wieder mitmenschlicher werden und uns wirklich warm ums Herz wird. Eine ruhige Advents- und Weihnachtszeit und Gottes Segen im neuen Jahr wünscht von Herzen

Ihr

Martin Kleespies
Br. Martin Kleespies, Pfr.

 

Bericht aus dem Pfarrgemeinderat

Anfang des Jahres nahm eine Delegation des Pfarrgemeinderates am Dekanatsklausurtag teil. Abgesehen von sehr interessanten und anregenden Vorträgen, fand ein sehr offener Austausch zwischen den Teilnehmern statt - Pfarrer und Laien auf Augenhöhe.

Der Liturgiekreis hat in der Fastenzeit einmal wöchentlich eine Fastenandacht in der Werktagskapelle angeboten, die Gemeindefeste sichtbar mitgestaltet und plant, in jeder Adventswoche eine Station zum jeweiligen Sonntagsevangelium zu zeigen.

Bischof Kohlgraf hat während seines ersten Amtsjahres jedes Dekanat seines Bistums besucht, um es kennenzulernen und sich Anregungen zu holen, wie der anstehende Reformprozess am besten zu gestalten ist (s. S. 14). Für den Besuch unseres Dekanates Darmstadt-Dieburg wurde ein Fragenkatalog für ihn erstellt, der versucht hat, die Fragen aller Gemeinden, also auch unserer, zusammenzufassen. Der Bischof hat an dem Tag die Fragen beantwortet und auch sonst ein sehr straffes Programm absolviert, das mit einer schönen Messe und anschließendem Beisammensein endete. Ein Bericht dazu findet sich im Erntedank Pfarrbrief.

Der Pfarrgemeinderat ging auch selbst in Klausur. Hauptthema war die Arbeitsweise des Pfarrgemeinderates, alle Beteiligten sahen hier Luft nach oben. Wir erarbeiteten Vorgaben, an die wir uns seither zu halten versuchen. Welche neuen Projekte wir in der verbleibenden Zeit angehen wollen, klärten wir in den nachfolgenden Sitzungen. Wir wollen uns auf das Thema Kinder und Jugend konzentrieren und sind momentan dabei zu prüfen, wo wir am erfolgversprechendsten ansetzen können.

Seit 50 Jahren gibt es Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte. Zur Feier dieses Jubiläums wurde vom Bistum eine Sternwallfahrt der Räte nach Mainz organisiert. Aus allen Richtungen wanderten die Räte zum Domplatz, wo unter freiem Himmel ein Mittagessen serviert wurde. Der Bischof ging von Tisch zu Tisch und anschließend wurden verschiedene Führungen angeboten. Den Abschluss bildete ein festlicher Gottesdienst im Dom.

Das Team, das sich mit der Gestaltung der Kapelle befasst, hat kleinere Änderungen vorgenommen. Erwünscht, aus Sicht des Teams, ist ein neues Lichtkonzept und ein neuer Altar. Nun kommt uns das defekte Dach in die Quere. Wir haben uns darauf geeinigt, dass es keinen Sinn macht Veränderungen zu planen, bevor die endgültige Form des Daches feststeht.

Wir sind dabei, ein neues Faltblatt für die Gemeinde zu erarbeiten. Die Homepage ist aktualisiert worden. Die Sonntagspredigten sind abrufbar und es sind interessante Links hinzugekommen.

Vertreter des „Eine Welt Kreises“ fliegen in den Weihnachtsferien nach Indien, um zu sondieren, wie die Lage vor Ort ist und daraus Schlüsse für die Weiterarbeit an dem Projekt (Schule, Krankenstation) zu ziehen.

Die Pfarrfeste wurden nach dem inzwischen bewährten neuen Konzept gefeiert, wir haben hier und auch sonst viel Hilfe erfahren. Herzlichen Dank dafür und bleiben Sie uns gewogen.
Eine frohe Weihnacht und ein glückliches neues Jahr wünscht Ihnen Ihr Pfarrgemeinderat

Patricia Buschbeck

 

Bericht des Verwaltungsrates

Im Verwaltungsrat geht’s nicht immer aber meistens doch ums Geld, von dem es ja leider immer weniger gibt. Die Haushaltszuweisung über 80000 Euro ist auf den ersten Blick ein stolzer Betrag. Gut die Hälfte „schlucken“ allerdings schon die Personalkosten. Mit dem Rest drucken wir Pfarrbriefe, versichern wir unsere Gebäude, beheizen und beleuchten diese, unterhalten Drucker und EDVAnlage, kaufen Liturgie- und Bürobedarf, telefonieren, betreiben wir unseren Pfarrbus, sichern durch Wartung und Reparaturen den steten Wohlklang unserer Orgeln und so weiter.

Nicht zu vergessen sind caritative Aufgaben. Auch haben wir einen beachtlichen Zuschuss für die Rom-Wallfahrt unserer Ministranten bereitgestellt.
Dazu kommen anfallende Reparaturen. So gab es im laufenden Jahr ein undichtes Dach am Pfarrhaus und die Heizung in Heilig Geist verweigerte plötzlich ihren Dienst. Dazu musste noch die Weide in Seeheim, ein beliebtes Klettergerüst für die Jüngeren unter uns, gefällt werden. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortführen.

All das wäre nicht möglich gewesen ohne Ihre Unterstützung. Hierfür bedanken wir uns bei allen Spendern ganz herzlich! Bitte lassen Sie hier nicht nach. Auch kleinere Spenden helfen.

Zur Zeit bereiten wir den Auftrag für neue Fenster im Pfarrhaus vor. Auch das Flachdach über der Werktagskapelle und Sakristei in Seeheim ist ständiger Gesprächspunkt in unseren Beratungen. Eine in Selbsthilfe durchgeführte provisorische Reparatur hält hoffentlich bis zur Komplettsanierung.

Alle sind mit viel Engagement und Freude dabei und wir bedanken uns herzlich für Ihr Vertrauen.

Erich Satorius
(v. d. Red. gekürzt)

 

Messdienerfreizeit Oktober 2018

Anfang Oktober ging es für uns Messdiener für eine Woche auf Freizeit nach Fulda. Trotz des Wetters, das der Jahreszeit entsprechend abwechslungsreich war, hatten wir eine tolle Woche im Reinhold-Juling-Haus. Spaß hatten wir sowohl bei Ausflügen zur Sommerrodelbahn und ins Schwimmbad, als auch bei verschiedenen von Frau Franz und den Gruppenleitern vorbereiteten Workshops. Ganz besonders gut gefielen uns aber die abendlichen Spiele, bei denen die Kinder gegen die Leiter antreten mussten (natürlich haben die Kinder so ziemlich immer gewonnen). Sogar das Essen hat geschmeckt und der Küchendienst war weniger anstrengend als gedacht. Sehr besonders war, dass wir, wie bereits bei der Freizeit vor zwei Jahren in Limburg, im Dom von Fulda dienen durften. Beim Ausflug am nächsten Tag in der Stadt trafen einige von uns sogar zufällig den Bischof, der uns netterweise ein Eis ausgab.

Insgesamt hatten wir eine tolle Freizeit und freuen uns schon auf die nächste. Ganz besonders bedanken wir uns bei Pfarrer Kleespies und Frau Franz, die für uns Messdiener eine Woche lang den Fahrdienst übernahmen

Naemi, Tom, Nora, Maren, Luisa und Annika L.

Wir begrüßen die neuen Messdiener

Messdiener 2018

Am 2.9.2018 wurden unsere neuen Messdiener (Nora, Mia, Luisa, Jan und David) eingeführt. Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr die Gemeinschaft der Messdiener größer geworden ist und hoffen, dass es Ihnen viel Spaß macht. Wir freuen uns auf das gemeinsame Dienen.

Annika Bruns

 

Weltgebetstag der Frauen 2019

„Kommt, alles ist bereit!“

Die Liturgie für den nächsten WeltGebetsTag kommt aus Slowenien. Erst seit 1991 ist Slowenien – das kleine Land zwischen Österreich, Kroatien, Ungarn und Italien – ein unabhängiger Staat.
Aufgrund seiner Lage erscheint es als ein Mittler zwischen Ost und West, Nord und Süd.
Die Frauen aus Slowenien haben für den WGT das Thema gewählt: „Kommt, alles ist bereit!“
Das Thema bezieht sich auf das Gleichnis vom Festmahl (Lk 14, 13–24), in dem es um die selbstlose Gastfreundschaft geht.

Auch in unserer Pfarrgemeinde wird dieser weltweite Gottesdienst am 1. März Abends gefeiert. Die genaue Uhrzeit wird noch bekanntgegeben. Ab Januar wird das Vorbereitungsteam mit der Planung beginnen und freut sich über Verstärkung. Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich bei Claudia Müller-Eberle melden (Tel. 99 83 33).

Claudia Müller-Eberle

 

Handys recyceln – Gutes tun

Haben Sie ein altes Handy übrig? Mit diesem Gerät können Sie noch viel Gutes bewirken bei der „Aktion Schutzengel – Für Familien in Not weltweit“ von Missio (Internationales Katholisches Missionswerk e. V.).
Zum einen enthält es wertvolle Rohstoffe, die zurückgewonnen werden können und zum anderen geht ein Teil des Recycling-Erlöses an Missio-Hilfsprojekte im Kongo. Damit schützen Sie die Umwelt und helfen gleichzeitig Familien in Not. Nähere Informationen finden Sie auf den Flyern und auf den Sammeltüten, die bei den Sammelboxen in unseren Kirchen bereit liegen.

Hedwig Heß

 

Gesicht zeigen gegen Rassismus:

KOKAS – Koordinationskreis Asyl Darmstadt

Der Koordinationskreis Asyl Darmstadt und Landkreis (KOKAS) war zum Thema Asyl beim Gemeindefest eingeladen. Neben der Sorge um konkrete Flüchtlinge, muss das Thema „Flucht und Asyl“ aktiver in Gesellschaft und Kirche vertreten werden. Das gilt insbesondere in Zeiten des immer raueren Tones gegenüber Schutzsuchenden. Der Arbeitskreis lädt dazu ein, Position gegen Rassismus auf seiner Netzseite zu beziehen, persönlich, öffentlich.
Dazu hatten nun die Gemeindemitglieder am Stand von KOKAS Gelegenheit. Am Ende des Festes hatten sich 37 Personen geäußert, was auf 27 Bildern festgehalten worden war.
Hier eine prägnante Auswahl aus den Äußerungen:

Ich bin/Wir sind gegen Rassismus, weil…
…wir Teil dieser wunderbaren, vielfältigen Welt sind. Wie können wir da Rassisten sein?
…alle Menschen Geschöpfe Gottes sind und vor dem Gesetz alle gleich.
…Gott in jeden Menschen einen Funken gelegt hat.
…alle Menschen wertvoll, geliebt von Gott, und wichtig für ihre Mitmenschen und diese Erde sind. Rassen, Grenzen und Nationalitäten sind willkürliche Definitionen!!
…wir alle Menschen sind und das Leben auf diesem wunderschönen Planeten ein einmaliges und kostbares Geschenk ist.
…alle Menschen Gottes Kinder und vor Gott gleich sind, wir voneinander lernen können und wir nur ohne Rassismus in Frieden leben können.
Und ein Muslim schrieb: Die Wahrheit ist, dass es keine Rassen, sondern nur Menschen gibt. Wir sind ein Volk, das auf einem Planeten lebt. Wir sind eine menschliche Familie, die mit einem gemeinsamen Schicksal verbunden und verpflichtet ist, „ein und dasselbe“ zu sein.

Damit es nicht nur bei einem Archiv bleibt, haben wir über Wege der Veröffentlichung nachgedacht. So wurde schon am Ende des Festes, gemeinsam mit Gemeindemitgliedern überlegt, wie wir auch ein Zeichen setzen können, in diesen Zeiten, die auf Entscheidung und Stellungnahme drängen. Eine gute Möglichkeit sehen wir in einer Collage all der Bilder aus der Gemeinde, z.B. mit der Überschrift, „Die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius Seeheim-Jugenheim zeigt Gesicht gegen Rassismus“. Für uns, jedenfalls, war die Erfahrung mit dem Gemeindefest in Seeheim-Jugenheim die Initialzündung, unser Projekt weiter zu entwickeln.

Johannes Borgetto

 

Dreikönigstag:

Die drei Astronomen

Wir feiern mit Caspar, Melchior und Balthasar, den Heiligen Drei Königen aus dem Morgenland. Doch wer waren sie wirklich?

Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar: Die christliche Legende bezeichnet damit die im Matthäusevangelium erwähnten „Weisen aus dem Morgenland“. Sie kamen, von einem Stern geführt, nach Bethlehem und huldigten dort als Erste dem Jesuskind. Aber wer waren sie wirklich?
Genau genommen waren sie keine Heiligen, denn ein Verfahren zu ihrer Heiligsprechung hat es nie gegeben. Auch Könige sind sie wohl nicht gewesen - in der Bibel ist lediglich von Weisen, Magiern oder Sterndeutern die Rede. Zu Königen wurden sie erst durch die missverständliche Übersetzung des Wortes „Magier“. Das Wort „König“ bedeutete zu Jesu Zeiten weit weniger als im heutigen Verständnis. Selbst die Namen sind frei erfunden: Der Evangelist Matthäus, der als einziger im Neuen Testament von dieser Begebenheit erzählt, erwähnt weder die Anzahl noch die Namen der Weisen aus dem Morgenland.

Weihrauch, Myrrhe und Gold

Dass es drei gewesen sein sollen, folgerten Gelehrte erst im 3. Jahrhundert aus der Zahl ihrer Gaben - sie brachten Weihrauch, Myrrhe und Gold. Als Namen kommen in der lateinischen Tradition ab dem 7. Jahrhundert Variationen von Caspar, Melchior und Balthasar vor. Bei den Syrern heißen sie Larvandad, Hormisdas und Gushnasaph, bei den Armeniern Kagba und Badadilma. Unter dem Eindruck der Kreuzzüge wurde Caspar schließlich noch zum „Mohren“, einer verballhornten Form des nordafrikanischen Mauren.

Sternforschung im Zweistromland

Einen historischen Kern kann die Episode aus dem Matthäus-Evangelium aber durchaus vorweisen. Mit den „Magiern aus dem Osten“ sind offensichtlich Angehörige einer babylonischen Priesterkaste gemeint, die bereits zur Zeit Jesu Astronomie auf verblüffend hohem Niveau betrieben. 1925 fanden Archäologen im Irak eine Keilschrifttafel, auf der astronomische Ereignisse des Jahres 7 v. Chr. vorausberechnet sind. Dies ist das wahrscheinliche Geburtsjahr des historischen Jesus. Die Tafel sagt ein nahes Zusammenstehen der Planeten Jupiter und Saturn voraus. Die sogenannte dreifache Jupiter-Saturn Konjunktion am 27. Mai, 6. Oktober und 1. Dezember im Jahr 7 v. Chr., die die Forscher inzwischen für den biblischen „Stern von Bethlehem“ halten, passt gut in die Erzählung von Matthäus.

„20*C+M+B+19“

Zum Dreikönigstag erinnern Sternsinger katholischer Pfarrgemeinden an die drei Weisen aus dem Morgenland. Kinder und Jugendliche ziehen als die drei Könige verkleidet mit einem Stern in der Hand von Haus zu Haus und singen Dreikönigslieder. Auf den oberen Türbalken der Haustür schreiben sie mit gesegneter Kreide eine Formel: Die Jahreszahl und „C+M+B“. Das ist eine Abkürzung, die für die Initialen der drei Könige steht und seit Mitte des 20. Jahrhunderts oft auch als „Christus mansionem benedicat“ gedeutet wird: „Christus segne dieses Haus“.

Bayern 2/Radio Wissen vom 03.01.2018
mit freundlicher Abdruckgenehmigung vom
Bayrischen Rundfunk, München

In unserer Gemeinde findet die Sternsingeraktion übrigens am 19. 01. 2019 statt.

 

„Wir wollen eine Kirche des Teilens werden“

Bischof Kohlgraf präsentierte Vorschlag für künftigen Pastoralen Weg im Bistum Mainz

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat bei der Sitzung der Diözesanversammlung im Bistum Mainz einen Vorschlag für den künftigen Pastoralen Weg im Bistum Mainz präsentiert.
„Was ich Ihnen heute vorstelle, ist das Ergebnis meiner zahlreichen Gespräche und Begegnungen im Bistum Mainz in den vergangenen Monaten. Meine Vorstellungen sind noch nicht in Stein gemeißelt, da wir viele Details in den Gremien noch diskutieren müssen. Aber es zeigt, wohin der Pastorale Weg konkret gehen könnte; dies soll gleichzeitig die Grundlage für den weiteren Austausch in den Räten und Gremien der Diözese sein“, sagte Kohlgraf am Samstag, 22. September, im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes in Mainz. Der Auftakt für die Umsetzung des Pastoralen Wegs im Bistum Mainz soll in der Fastenzeit 2019 erfolgen.
Kohlgraf wies darauf hin, dass mit dem Pastoralen Weg auch eine theologische Neuorientierung einhergehe. „Wir wollen eine Kirche des Teilens werden, in der nicht nur Leben und Glauben, sondern auch Ressourcen und Verantwortung geteilt werden“, sagte er. Dafür brauche es eine „neue Kultur des Miteinanders“. „Wir wollen die Frage stellen: Was ist die innere Motivation für Menschen, dass sie glauben? Was motiviert sie, damit Kirche lebendig bleibt? Und wir als Kirche müssen uns fragen: Bekommen die Menschen das, was sie brauchen? Brauchen sie das, was sie bekommen? Wir wollen uns also grundlegend fragen: Was wollen wir als Kirche heute?“ Leitfigur für den Pastoralen Weg solle der heilige Martin sein, sagte Kohlgraf.

Veränderte Rahmendaten

Der Bischof wies in seinem Vortrag auf sich verändernde Rahmendaten hin, „die man nicht ignorieren kann und mit denen man jetzt konstruktiv umgehen muss“: So werde sich der Zahl der aktiven Priester von derzeit 198 bis 2030 voraussichtlich auf 104 verringern. Auch die Zahl der Pastoralreferenten werde von derzeit 140 auf „Wir wollen eine Kirche des Teilens werden“ Bischof Kohlgraf präsentierte Vorschlag für künftigen Pastoralen Weg im Bistum Mainz 101, die Zahl der Gemeindereferenten von 238 auf 153, die Zahl der hauptamtlichen Diakone von 28 auf zehn zurückgehen. Zudem rechne man für das Bistum Mainz mit demographischen Veränderungen: Schon jetzt gebe es beispielsweise in Rheinland- Pfalz mehr ältere Menschen als jüngere.
Die Zahl der Katholiken werde von jetzt rund 730.000 bis 2030 voraussichtlich auf rund 650.000 zurückgehen, dazu werde die Kirchenbindung weiter abnehmen: „Die Zahl der Getauften schrumpft schneller als die Bevölkerung als Ganzes. Wir haben es nicht nur mit einem Mangel an Seelsorgern, sondern auch mit einer kleiner werdenden Gruppe von Gläubigen zu tun“, sagte Kohlgraf. Dies bedeute, dass auch die Kirchensteuereinnahmen von derzeit rund 220 Millionen Euro pro Jahr auf voraussichtlich unter 200 Millionen Euro sinken werden. Dies wolle er „nicht beklagen“, betonte Kohlgraf. „Vielmehr kommt es jetzt darauf an zu sagen, wie wir innerhalb dieser Rahmenbedingungen unser Glaubensleben positiv organisieren können.“

„Die Gemeinden vor Ort lebendig halten“

Mit dem Pastoralen Weg werde es daher auch strukturelle Veränderungen geben, sagte Kohlgraf. Sie zielten in erster Linie darauf hin, die „Gemeinden vor Ort lebendig zu halten“: „Die lokalen Gemeinden sollen Orte des christlichen Lebens im Bistum Mainz bleiben“, betonte er. Die Pfarreien werden sich aus mehreren dieser lokalen Einheiten zusammensetzen. „Die Pfarreien verstehe ich als Verwaltungseinheiten. Sie begleiten und unterstützen das Leben in den Gemeinden vor Ort“, sagte der Mainzer Bischof. Für diese Pfarreien schlug Kohlgraf zwei grundsätzliche Modelle vor: Neben „Pfarreien mit Mittelpunkt“ soll es künftig auch „Pfarreien aus Einzelgemeinden“ geben. Bei beiden Modellen werden die bisher bestehenden Pfarreien fusionieren, es werde nur noch einen Pfarrgemeinde- und einen Verwaltungsrat geben. Wichtig sei, dass die unterschiedlichen Kulturen in den Gemeinden bewahrt bleiben.
Geleitet werden die Pfarreien von einem Pfarrer, da dies vom Kirchenrecht so vorgeschrieben sei, betonte der Bischof. Für die Pfarreien werde ein Team aus Seelsorgern gebildet, eine „tragende Säule“ werden zudem die Ehrenamtlichen vor Ort in den Gemeinden haben, sagte der Mainzer Bischof. Zu entscheiden sei auch noch, inwieweit hauptamtliche pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden vor Ort an der Leitung beteiligt werden. Grundsätzlich kann sich Kohlgraf neue Leitungsmodelle vorstellen: So ist es nach dem katholischen Kirchenrecht möglich, dass Laien an Leitungsaufgaben teilnehmen (Canon 517, §2 CIC). Zudem werde es eine Entlastung in Verwaltungsangelegenheiten geben. Die größeren Räume seien eine Chance, „den Reichtum kirchlichen Lebens zu entdecken“. „Mit dem Prozess kann auch eine Verlebendigung des Glaubens einhergehen, sagte er. Bei der Umsetzung werde „viel davon abhängen, dass Menschen Verantwortung teilen, Verantwortung abgeben und anderen Verantwortung zutrauen“, sagte der Bischof.

Dekanate erarbeiten Konzepte

Von Seiten des Bischöflichen Ordinariates werde vorgegeben, wie viele Pfarreien als Verwaltungseinheiten in den 20 Dekanaten des Bistums Mainz gebildet werden sollen. „Die Menschen in den Dekanaten vor Ort sollen selbst bestimmen, welches Modell für sie passend ist“, sagte er. Er gehe davon aus, dass es im Bistum Mainz künftig rund 60 Pfarreien geben werde, sagte Kohlgraf. Derzeit hat das Bistum Mainz 134 Pastorale Einheiten (Pfarrgruppen und Pfarreienverbünde). Bis zum Sommer 2021 soll in den Dekanaten das entsprechende Konzept vorliegen. Unterstützt werden die Dekanate von einem Moderator, die Umsetzung soll bis zum Jahr 2030 erfolgt sein. „Wir werden dabei mit Ungleichzeitigkeiten im Bistum Mainz leben müssen“, sagte Kohlgraf, möglicherweise werde es auch Modellpfarreien geben, in denen der Prozess beispielhaft umgesetzt werde. Für die Umsetzung des Pastoralen Weges ist im Bischöflichen Ordinariat Mainz zum 1. November eine Koordinierungsstelle eingerichtet worden, die von Pastoralreferent Dr. Wolfgang Fritzen geleitet wird.

Alexander Matscha
Mainzer Bistumsnachrichten,
www.bistummainz.de
(v. d. Red. gekürzt)

 

Neues vom konfessionsübergreifenden Arbeitskreis
„Zusammenarbeit der Christen in Bickenbach - CiB“

Die Seele atmen lassen

Eine glückliche Fügung war die Herrnhuter Tageslosung vom 25. Oktober 2018, als Klaus Sperr unter dem Motto „Atemholen für die Seele – Leben mit dem Kirchenjahr“ im vollbesetzten evangelischen Gemeindehaus in Bickenbach referierte: „Ich gedenke an die Taten des HERRN, ja, ich denke an deine früheren Wunder und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach. (Psalm 77,12-13)“. Damit sah Sperr in einem Satz zusammengefasst, was es heißt, mit dem Kirchenjahr zu leben. Das Kirchenjahr mit seinen Festen stillt die Sehnsucht des Menschen nach einer „Grundgliederung“ des Lebens. Das biblische Heilsgeschehen wird im christlichen Jahreskreis regelmäßig in die Gegenwart geholt.
Klaus Sperr, der als Pastor bei der ökumenisch ausgerichteten Kommunität „Offensive Junger Christen“ in Reichelsheim/ Odenwald tätig ist, erinnerte an den Satz „repetitio est mater sapientiae - Wiederholung ist die Mutter der Weisheit“.
Das Feiern der Feste, „wenn sie dran sind“, lässt uns den Atem der Geschichte spüren und entfacht den Glauben und die Hoffnungsglut immer wieder neu. Klaus Sperr ermutigte mit seinem authentischen, mit viel Herz und Humor gewürzten Vortrag dazu, durch Einüben einer persönlichen Alltagsliturgie, der Seele möglichst täglich Raum zum Atmen zu geben.

Der Arbeitskreis CiB blickt dankbar auf das ablaufende Jahr zurück und freut sich über die Resonanz und die Wertschätzung seiner Arbeit.
Er wird auch 2019 den überkonfessionellen Austausch unterstützen. Die nächste Veranstaltung ist ein gemeinsamer Gottesdienst in der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen im Januar, der in Bickenbach gefeiert wird.
Das globale Motto lautet: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen“ (Deuteronomium/5 Mose 16,20a) und wurde von Christen aus Indonesien gewählt.
Die Predigt hält Pfarrerin Andrea Thiemann von der Evangelischen Kirchengemeinde Bickenbach.

Termin: Freitag, 18. Januar 2019, 19:30 Uhr,
Evangelische Kirche Bickenbach.

Herzliche Einladung!

Wolfgang Krichbaum

 

 

      



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Dr. Hermann-Josef Bungert
✝ September 2018

     
   

Dr. Hermann-Josef Bungert hat über Jahrzehnte hinweg durch seinen unermüdlichen Einsatz unsere Pfarrgemeinde geprägt. Unsere beiden Pfadfinderstämme gehen letztlich auf eine Gründung zurück, die er mit wenigen Mitstreitern zu Beginn der 80er Jahre vornahm.
Im Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde war er bereits seit langer Zeit tätig, als mein Vorgänger Dr. Werner Pelz im Jahr 1990 nach Seeheim-Jugenheim kam. All die Jahrzehnte hat er sämtliche Projekte unserer Gemeinde maßgeblich mitgestaltet. Vor allem achtete er sehr darauf, dass von unseren Kirchensteuermitteln nicht mehr ausgegeben wurde als unbedingt erforderlich war.
Wenn etwas gebaut oder renoviert werden musste, war er täglich auf der Baustelle, um den Fortgang zu überwachen und wo möglich und nötig auch selbst Hand anzulegen.
Sein Sinn für sparsames und effizientes Wirtschaften hat dazu beigetragen, dass unsere Gemeinde heute eine solide Ausstattung an Mitteln und Gebäuden besitzt.
Mir hat er in den letzten Jahren immer wieder durch seine große Kenntnis über die Geschichte der Pfarrei geholfen. Von der Pacht der Sophienhütte in den 70er Jahren bis hin zu Details aus der Planungs- und Entstehungsgeschichte des Gemeindehauses, als „neuer“ Pfarrer konnte ich ihn alles fragen.
Die Katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius verliert durch seinen Tod einen ihrer engagiertesten Mitarbeiter.

Br. Martin Kleespies, Pfarrer

 

Nachruf für Jupp

„Einmal Pfadfinder – immer Pfadfinder“ das war durchgängig Jupps Lebensmotto.
Und auch „jeden Tag eine gute Tat“ und „Allzeit bereit“ hatte Jupp verinnerlicht von Kindesbeinen an.
So hatte, ca. 1977, Jupp zum Beispiel beim Bau des ersten Gemeindehauses unserer Pfarrei, bei dem viele große Bauelemente einer Baracke der Firma Donges verwendet wurden, tatkräftig mitgeholfen. Da wurden Gräben „per Hand“ ausgehoben, Fundamente gegossen, Fertigteil-Wände gesetzt, Wände gemauert - usw.
Im Familienkreis, initiiert von Robert Middel, wurde die Idee geboren, einen Pfadfinderstamm zu gründen. Schließlich waren Jupp, Siegfried Krick und Prof. Peter Hagedorn, die zu diesem Familienkreis gehörten, als Kinder und Jugendliche selbst Georgspfadfinder gewesen. An sehr viele schöne und spannende Erlebnisse konnten sie sich erinnern.
Für die eigenen und für andere Kinder wollte man etwas Gutes tun. Und dies im religiösen Umfeld, also konkret in der Pfarrgemeinde St. Bonifatius. „Religiöses Umfeld“ war wichtig, weil es damalig nicht üblich war, seinen Glauben öffentlich zu machen. Die Kinder sollten also mit anderen Kindern bei den Pfadfindern u.a. religiöse Zugehörigkeit, ja religiöse Geborgenheit erfahren.
1982 wurde dann der Stamm „St. Bonifatius“ gegründet. Jupp übernahm sozusagen die Funktion des Geschäftsführers. Er verwaltete die Kasse und die Mitgliederkartei. Siegfried kümmerte sich als Leiter um die Kinder und Jugendlichen in den wöchentlichen Gruppenstunden. Peter organisierte den Lagerplatz für das erste Zeltlager des Stammes. (22. bis 30. Juli 1982.)
Zuvor aber fand vom 5. bis 7. Februar die erste Wochenendfahrt ins Bauernhaus (später Hexenhaus genannt) unseres damaligen Kuraten und Vorsitzenden Kaplan Eberhard statt.
Noch viele Zeltlager, Stammesausflüge mit Eltern und Wochenendfahrten fanden statt, an denen Jupp leitend teilnahm und hilfsbereit sein umfangreiches Wissen und seine weitreichenden Erfahrungen einbrachte und gerne weitergab.
Jupp wirkte im Stamm als Gruppenleiter in unterschiedlichen Stufen und als Stammesvorsitzender mit großem Engagement. Wir sind ihm dafür sehr dankbar.

Diakon Siegfried Krick
(Ehrenstammesvorsitzender/ehemaliger Kurat)